Buchpräsentation “elemosina rustium”

Am Dienstag, dem 15.5. präsentierten der Ruster Bürgermeister Mag. Gerold Stagl, Neue Eisenstädter Direktor Anton Mittelmeier und Architekt Klaus-Jürgen Bauer das Buch „elemosina rustium“, ein Werk über die Geschichte und Sanierung des 400 Jahre alten Bürgerspitals in Rust.

Ein Stück Ruster Geschichte

Am Rathausplatz 17 in der Stadt des Weins und der Störche, Rust, direkt neben der weltberühm­ten Fischerkirche, befindet sich seit fast vierhundert Jahren das ehemalige Bürgerspital und das Armenhaus der Freistadt. Die Anlage wurde im Jahr 1618 von wohlhabenden Bürgern der Freistadt gestiftet.

Vier Jahrhunderte lang tat dieses Gebäude seinen widmungsgemä­ßen Dienst. Noch in der Zeit be­vor und nach dem Zweiten Welt­krieg lebten bis zu 50 Personen in diesem Areal. Im späteren zwan­zigsten Jahrhundert änderten sich die sozialen Umstände radikal. Die Armen zogen still und unauf­fällig aus und schließlich standen die Bauwerke leer. Verfall setzte ein. Als Retter in der Not für die historische, unter Denkmalschutz stehende Anlage trat schließ­lich die Neue Eisenstädter unter ihrem innovativen Direktor Anton Mittelmeier auf den Plan.

Neues Leben im Bürgerspital

Der Eisenstädter Architekt Johann Schandl fungierte als Planer. Das Sanierungskonzept von Restau­rator Bernhard Gritsch sah vor, dass die wertvollen, historischen Elemente wie die Steingewände, die Steinmauern, die Gewölbe, die Hohlkehlen und teilweise auch die historischen Malschichten in besonderen Räumen wieder freigelegt werden sollten. Die Putze wurden ausgebessert und restauriert und anschlie­ßend mit einem Sumpfkalkmörtel ausgebessert. Am Schluss bekam das ganze Haus innen und au­ßen wieder seine originale, weiße Fassung mit einer Kalkschlämme. Alle Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit dem Bundes­denkmalamt unter Landeskon­servator Mag. Peter Adam. Die Bauarbeiten begannen 2014, die Fertigstellung erfolgte im Sommer 2017. Aus dem verfallenen ehemaligen Bürgerspital ist nun ein neues Schmuckstück der Stadt gewor­den, das neben der Polizeiwache auch Gastronomiebetriebe und Raum für Kunst beinhaltet.

Die Ergebnisse der Sanierung wur­den im Buch „elemosina rustium“ veröffentlicht, das im Mai 2018 vor großem Publikum präsentiert und begeistert aufgenommen wurde.

Ein rundum gelungenes Projekt, das einmal mehr die Relevanz ge­meinnütziger Baugesellschaften für den Kommunalbau beweist und ein Stück Geschichte für die Zukunft bewahrt.

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